• Weinjahr 2020 - Es sieht gut aus am Tuniberg!

    Das Frühjahr mit seinen milden Temperaturen prägte eine schnelle und frühe Entwicklung der Reben. Der Sommer in Gottenheim war durchschnittlich warm und extrem trocken. Glücklicherweise wurzeln unsere Rebstöcke auf den fruchtbaren Löss-Lehm-Böden des Tunibergs besonders tief und können an den letzten Wasserreserven zehren. Da die Weinjahre zuvor genauso trocken waren, brauchen die Rebstöcke dringend mehr Niederschlag.

    Nach einer vielversprechenden Vegetationsphase hingen die Trauben bilderbuchmäßig an den Stöcken. Wir starteten schon Ende August mit der Lese für Sektgrundwein und pressten die letzten Pinots Anfang Oktober. In der heißen Phase (im wahrsten Sinne des Wortes) regnete es kein Tropfen vom Himmel, was die Lese sehr erleichterte: Es war die schnellste Lese in der Geschichte des Weinguts. Wir sind rund um zufrieden mit den Qualitäten des Jahres 2020 welches sich in die Liste der exzellenten Weinjahre einreiht.

  • Weinjahr 2019

    Das Jahr 2019 startete mit einem deutlichen Niederschlagsdefizit im Vergleich zum Vorjahr. Die somit nicht aufgefüllten Wasservorräte prägten den gesamten Vegetationsverlauf bis weit in den Sommer hinein.

    Temperaturen deutlich über dem langjährigen Mittel in den Monaten Februar und März führten dazu, dass die Reben in der zweiten Aprilhälfte austrieben. Der kühle Monat Mai führte zu einer verzögerten Trieb- und Traubenentwicklung. Die um die Monatsmitte Mai beginnende Rebenblüte, welche bis zum 20. Mai in allen Bereichen Badens abgeschlossen war, befand sich somit im „langjährigen Mittel“.

    Steigende Temperaturen, geringfügige Niederschlagsereignisse führten Anfangs des Monates Juli zu einer sehr schnellen Traubenentwicklung sowie einer rasanten Triebentwicklung. Eine Hitzewelle beginnend mit dem 24. Juli über vier Tage hinweg mit bis zu 42°C führte in vielen Rebenanlagen zu deutlichen Sonnenbrandschäden. Besonders Junganlagen litten unter dem nach wie vor bestehenden Wasserdefizit. Zur Stockerhaltung mussten dort die Trauben teilweise abgeschnitten werden.

    Insgesamt sorgten diese Niederschläge für einen Reifebeginn, einsetzend zum Monatsanfang August. Bei gemäßigten Sommertemperaturen entwickelte sich die Traubenreife sehr gut. Die Ernte dauerte von 20. September bis 20. Oktober. Wir sind mit den Qualitäten sehr zufrieden. Eine optimale Ergänzung zum Jahrgang 2018.

  • Erntebericht 2018

    Was für ein Sommer!

    Sonnenschein von April bis November! Das Jahr 2018 wird uns allen in freudiger Erinnerung bleiben. Nach den milden und regennassen Monaten Dezember und Januar gab es in Februar und März einen vierwöchigen Kälteeinbruch und so etwas wie Winterstimmung, die sich aber rasch verflüchtigte und nahtlos in hochsommerliche Temperaturen im April einmündete. Die Vegetation erwachte rasch. Überall blühten Kirsch- und Apfelbäume und die Reben trieben viel versprechend aus, ganz so, als ob die Natur den Spätfrost des Vorjahres mit seinen verheerenden Folgen für Obst-, Garten- und Weinbau vergessen machen wollte.

    Bereits Mitte Mai hatte sich in den Weinbergen die Vollblüte eingestellt, drei Wochen früher als üblich.

    Die anhaltende Trockenheit, gelegentlich von seltenen Regenfällen unterbrochen, bot bei reichlich Sonnenschein und warmen Temperaturen beste Bedingungen für ein üppiges Rebenwachstum bei geringem Schädlingsdruck. Ein perfektes Jahr! Die Trockenheit machte vor allen den Landwirten und den Binnenschiffern zu schaffen, ähnlich wie in dem Jahrhundertsommer 2003. Dessen Hitzewelle in den Hochsommermonaten Juli und August mit Temperaturen über 40° C haben wir zum Glück nicht geknackt. Die tiefwurzelnden Reben fanden ausreichend Bodenfeuchtigkeit, lediglich die jung gepflanzten Weinberge mussten bewässert werden.

    Zum Erntebeginn Anfang September – ähnlich wie bereits im Jahr zuvor – waren die Trauben reif und kerngesund. Der Behang an den Rebstöcken war mehr als üppig und wir konnten uns endlich wieder über eine mengenmäßig große Ernte mit hervorragender Qualität freuen.

    Der Weinjahrgang 2018 weckt zu recht bei allen Weinfreunden große Erwartungen. Soviel ist bereits klar: die Weine werden sich sehr reintönig und mit üppigen Fruchtaromen präsentieren.

  • Erntebericht 2017

    Die früheste und kürzeste Traubenlese

    Am 13. Oktober waren die Trauben des Jahrgangs 2017 gelesen. Einen solch frühen Weinherbst hatte es noch nie gegeben. Vor 20 Jahren begann die Lese erst um diese Zeit.

    Die Vegetation setzte bei trocken-warmem Wetter Ende März in den Weinbergen ein. Vier Wochen später hatten die Triebe bereits eine Wachstumslänge von 5–10 cm erreicht. In der letzten Aprilwoche, insbesondere in den frühen Morgenstunden des 20. April, schädigte ein starker Frost diese jungen Triebe so sehr, dass die Aussichten auf einen ertragreichen Jahrgang quasi im Keim erstickt wurden. Eisige Kaltluft hatte sich überall über ein wärmeres Bodenluftpolster gelegt, so dass die von Bodenfrösten typischerweise gefährdeten Anlagen verschont blieben, wohingegen die höher liegenden, zum Teil besten Weinberge, in denen der Austrieb auch am weitesten fortgeschritten war, umso mehr in Mitleidenschaft gezogen wurden. Dieser Kälteeinbruch verursachte in allen europäischen Weinbauländern erhebliche Schäden, so dass 2017 weltweit als das Jahr der kleinsten Weinernte der vergangenen 50 Jahre einzuordnen sein wird.

    Zum Glück sind die Nebenaugen teilweise fruchtbar, so dass sich – begünstigt durch anhaltend trocken–warmes Wetter – die Vegetation partiell erholen konnte und kein Totalverlust wie in vielen Obstanlagen (Äpfel und Kirschen) zu befürchten war. Die Rebblüte verlief problemlos und hochsommerliche Temperaturen im Juni, gepaart mit anhaltender Trockenheit, erforderten beim Pflanzenschutz keine größeren Anstrengungen.

    Der Monat August brachte den bitter notwendigen Regen; allerdings setzte sich diese Regenflut fort, so dass die Trauben sehr rasch reiften, was in einen historisch frühen Erntebeginn einmünden sollte. Durch den Regenüberschuss wuchsen die Beeren schnell heran. Unsere Weinberge sind begrünt, so dass diese Begrünung einen Großteil der Feuchtigkeit aufnehmen konnte und wir kein größeres Fäulnisproblem hatten. Der September war sonnig und trocken und lud zu dem frühen Lesestart ein.

    Als Fazit bleibt festzuhalten, dass die Qualität des Jahrgangs 2017 mit einer Fülle hochwertiger Weine bei gutem Fruchtsäurepolster herausragend sein wird, wohingegen die Erntemenge sehr klein ist und nicht den betriebswirtschaftlichen Notwendigkeiten gerecht werden kann.

  • Das Weinjahr 2016

    Nach einem trockenen Winter wurden die Reben im Frühling gut mit Wasser versorgt. Das anhaltend nasse Wetter sorgte aber auch für erhebliche Probleme mit Pilzinfektionen auf Blättern und Trauben. Was einen enormen Mehraufwand bei der Laubarbeit mit sich brachte. Dank des sonnigen Spätsommers haben die Trauben in den Wochen vor der Ernte enorm an Reife zugelegt. Das trockene und sonnige Herbstwetter ermöglichte eine entspannte Weinlese zum optimalen Reifezeitpunkt. Die lange Reifephase mit warmen Tagen und kühlen Nächten hat die Ausprägung der Fruchtaromen und den Trauben gefördert. Wir sind mit dem Ergebnis sehr zufrieden.

    Zum krönenden Abschluss wurden am 7. Januar 2017 bei -11 °C die Trauben für unseren 2016 Ruländer Eiswein geerntet. Ein aussergewöhnlicher Wein mit langem Lagerpotential.

  • Das Weinjahr 2015

    ...ist ein außergewöhnliches Jahr. Am 13. Mai traf ein Unwetter mit bis zu Tischtennisball großen Hagelkörnern unsere Reben. Die Schäden sind von Lage zu Lage unterschiedlich zwischen 10% bis zu 80% und dadurch hatten wir einen Mehraufwand bei der Laubarbeit von ca. 2000 Stunden. Die extrem heißen und trockenen Sommertage waren für unsere Reben kein Problem. Mitte September starteten wir die Weinlese 2015 mit Müller-Thurgau. Traumhaft schöne Sonnen­tage verwöhnten uns, und so konnten wir die Ernte mit sehr guten Qualitäten und Mostgewichten bis 108° Oechsle einbringen, doch liegt die Menge etwa 30% unter dem Durch­schnitt. Mit der außergewöhnlichen Qualität sind wir sehr zufrieden.

  • Das Weinjahr 2014

    Das Weinjahr 2014 wurde zunächst durch einen sehr milden und trockenen Winter geprägt. Wir hatten kaum Frost und schon extrem frühzeitig ist die Natur aus ihrem Winterschlaf erwacht. Die Rebenblüte verlief positiv bei warmen Temperaturen und trockenem Wetter. Durch die Niederschläge im Sommer wurde das Wasserdefizit wieder etwas ausgeglichen und der Entwicklungs- vorsprung verzögert. Im August stellte uns ein im Weinbau bisher unbekannter Schädling vor neue Herausforderungen: Die asiatische Kirschessigfliege. Mit zunehmender Traubenreife wurde die Gefahr immer größer, dass das Weibchen mit ihren scharfen Schneidewerkzeugen die Beerenhaut aufschlitzt und ihre Eier in die noch unreife Traube ablegt. Durch aufwändige und intensive Laubarbeit sowie gezielte Pflanzenschutzmaßnahmen konnte der Schaden abgewehrt werden.
    Die Ernte begann am 15. September und war am 18. Oktober abgeschlossen. Menge und Qualität sind sehr gut. Die Trauben konnten gesund und vollreif geerntet werden.

  • Das Weinjahr 2013

    Mit einem kühlen und regenreichen Frühjahr startete das Jahr 2013 mit einem späten Austrieb. Das Rebenwachstum schritt nur langsam voran. Auch während der Rebenblüte war das Wetter durchwachsen. Die Blüte dauerte sehr lange und es gab eine erhebliche Reduzierung der Beeren. Der Sommer war wunderschön und so konnte wieder etwas Zeit aufgeholt werden. Während der Reifephase Mitte September hatten wir fast zwei Wochen Regen. Erntebeginn für Müller-Thurgau war Ende September und für die Burgunderreben in der zweiten Oktoberwoche.

  • Das Weinjahr 2012

    Nach einem niederschlagsarmen Winter und dem kühlen Frühjahr sind die Reben etwas später ausgetrieben. Die Weinreben haben die extreme Kälte von unter -10°C im Februar gut überstanden. Die Spät- und Bodenfröste bis Mitte Mai mit Nachttemperaturen um die -1°C haben zum Glück keinen Schaden in den Weinbergen angerichtet. Durch die Rebenblüte bei kühlem Regenwetter wurden die Trauben lockerbeeriger und konnten besser abtrocknen. Im Herbst herrschten fantastische Reifebedingungen durch viele Sonnentage. Die starken Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht begünstigen die Bildung von Fruchtaromen und Farbstoffen in den Trauben und sind von großem Vorteil. Und so stehen alle Faktoren günstig für einen guten Weinjahrgang.

  • Das Weinjahr 2011

    Schon zu Beginn der Vegetation im Frühjahr hatten wir sehr warme Temperaturen, was ein explosionsartiges Rebenwachstum hervorrief. Im Vergleich zu den Vorjahren hatten wir gut drei Wochen Entwicklungsvorsprung, die sich bis zur Ernte durchzogen. Und so konnten wir bereits Anfang September mit der Lese beginnen. Noch nie hatten wir ein so optimales Erntewetter ohne Niederschläge und so konnten wir beruhigt unsere Trauben bis zum Optimum am Stock reifen lassen. Die kühlen Nächte wurden ausgenutzt und in den frühen Morgenstunden unsere Trauben geerntet. So konnten wir wie in den letzten Jahren auch die sortentypische Fruchtigkeit erhalten. Wir sind mit den Qualitäten und der Menge sehr zufrieden. Die ersten Jungweine probieren sich sehr sortentypisch, kräftig und würzig.

"Das Geheimnis eines besonderen Weines ist viel mehr als nur sorgfältiges Arbeiten.
Es ist Demut und Liebe, Leidenschaft und Hingabe. Es ist wachsame Aufmerksamkeit und ständiges Bemühen um Boden, Rebstock und Traube."

Kilian Hunn

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